BARBARA RUDNIK - Die unsichtbaren Bilder

Photographs by herself and Jurgen Ostarhild

6 - 22 April 2012

 

BARBARA RUDNIK - Die unsichtbaren Bilder. Photographs by herself and Jurgen Ostarhild. Wonderloch Kellerland Berlin 2012

 

Am 23. Mai 2009 erlag die deutsche Theater- und Filmschauspielerin Barbara Rudnik ihrem  Krebsleiden. Jurgen Ostarhild, langjähriger Freund und Fotograf, besuchte sie in ihren letzten Jahren mit der Kamera. Dabei entstanden Fotoserien, in denen die Schauspielerin abwechslungsweise vor wie hinter der Kamera stand oder sich mit dem Fotografen zusammen vor der Kamera inszenierte. Barbara Rudnik hatte selber gerne fotografiert und besaß zuhause eine kleine Dunkelkammer. Die in spielerischer Inszenierung und aus spontanen Einfällen entstandenen Portraits zeigen sie u.a. in ihrem Garten mit und ohne Hund, in Latzhosen, Gartenschuhen und ohne Kopfbedeckung oder Haare, die sie als Folge der schweren Therapie verloren hatte. Das hinderte sie allerdings nicht daran, sich humorvoll, frisch und überraschend zu inszenieren, genau so, wie man es sich von einer starken, selbstbewussten Frau und souveränen Schauspielerin nur wünschen kann.

Diese Fotos dürfen bis heute nicht veröffentlicht werden. Eine Auswahl, die mit einem Nachruf der BILD-Zeitung im Internet eingestellt worden war, musste vom Netz genommen werden. 

Um keinen Rechtsstreit zu provozieren, werden wir keines der ausgestellten Fotos weder auf unserer Homepage oder in der Einladung veröffentlichen, noch an die Presse weiterleiten. Die Ausstellung ist nicht öffentlich. Veröffentlicht wird von uns aber dieser Pressetext und die Tatsache, dass es eine Ausstellung der Fotos gibt. Denn Kunst ist auch der gesellschaftliche Freiraum, der es ermöglicht, Streitbares zur Diskussion und Informationskontrolle in Frage zu stellen. Wir sind der Meinung, dass der private Kunstsalon Wonderloch Kellerland der geeignete Ort dafür ist. Es gibt eine private view mit geladenen Gästen, denn wir möchten die Fotos als Ausstellung erstmals zumindest einigen Interessierten zugänglich machen. Gerade in den Fotos ihres letzten Jahres springen eine Lebensfreude und ein Schalk über, die zu schön sind, um sie dem Vergessen anheim zu stellen. Wenn auch die Fotos nicht veröffentlicht werden dürfen, so besteht auf diese Weise doch die Möglichkeit, dass sie in Erinnerung und Erzählung existieren können.